RWA-Anlagen Montage & Installation: Ablauf, Systeme & Kostenfaktoren
Eine RWA-Anlage (Rauch- und Wärmeabzugsanlage) ist im Brandfall lebensrettend. Sie sorgt dafür, dass Rauch und Hitze kontrolliert aus dem Gebäude abgeleitet werden – damit Fluchtwege rauchfrei bleiben, die Feuerwehr arbeiten kann und das Gebäude nicht durch Rauchgase unbenutzbar wird.
In der Praxis sehe ich immer wieder dasselbe Muster: Die RWA wird als „muss halt sein“ behandelt, schnell geplant, günstig montiert – und dann gibt es Probleme. Entweder funktioniert die Anlage nicht richtig, oder sie löst ständig Fehlalarme aus, oder die Wartung wird zum Albtraum, weil die Dokumentation fehlt.
Wenn Sie eine RWA-Anlage montieren oder installieren lassen, ist die gute Nachricht: Der Prozess ist seit Jahrzehnten bewährt und normgerecht geregelt. Es geht nicht um Improvisation, sondern um saubere Planung, normkonforme Ausführung und vollständige Dokumentation. In diesem Beitrag zeige ich Ihnen den realistischen Ablauf, die wichtigsten Systeme, die echten Kostentreiber und die typischen Fehler – damit Sie die RWA-Anlage einmal richtig machen und danach Ruhe haben.
Was ist eine RWA-Anlage – und wann wird sie wirklich gebraucht?
RWA steht für Rauch- und Wärmeabzugsanlage. Eine RWA-Anlage leitet im Brandfall Rauch und heiße Brandgase kontrolliert aus dem Gebäude ab. Das klingt simpel, ist aber brandschutztechnisch entscheidend: Rauch ist die häufigste Todesursache bei Bränden. Eine funktionierende RWA rettet Leben, schützt Sachwerte und ermöglicht der Feuerwehr die Brandbekämpfung.
Typische Einsatzbereiche für RWA-Anlagen:
Industriehallen und Lagerhallen: Große Räume mit hohen Decken, in denen sich Rauch schnell ausbreitet
Parkhäuser und Tiefgaragen: Rauchableitung ist Pflicht, damit Fluchtwege nutzbar bleiben
Atrien und Lichthöfe: Offene Bereiche in Gebäuden, in denen Rauch nach oben steigt
Treppenhäuser und Flure: Rauchfreihaltung von Rettungswegen
Verkaufsflächen und Versammlungsstätten: Räume mit vielen Menschen, in denen schnelle Rauchableitung kritisch ist
Die RWA-Anlage wird immer dann gebraucht, wenn natürliche oder maschinelle Rauchableitung gefordert ist – entweder durch Baurecht, Brandschutzkonzept oder Versicherungsauflagen.
Welche Normen regeln RWA-Anlagen?
In Deutschland gibt es klare Vorgaben für Planung, Montage und Betrieb von RWA-Anlagen:
DIN 18232: Diese Norm behandelt Rauch- und Wärmefreihaltung. Sie regelt Anforderungen an natürliche Rauchableitung (NRA) und maschinelle Rauchableitung (MRA).
DIN EN 12101: Europäische Normreihe für Rauch- und Wärmeabzugsgeräte (RWG). Sie definiert Anforderungen an Komponenten wie RWA-Klappen, Antriebe und Steuerungen.
Landesbauordnungen und Sonderbauverordnungen: Je nach Bundesland und Gebäudeart können zusätzliche Anforderungen bestehen.
Herstellervorgaben: Hersteller wie Velux, D+H, Eberspächer, Jet und Essmann haben eigene technische Dokumentationen und Montageanleitungen, die zwingend zu beachten sind.
Diese Normen sind keine Theorie. Sie sind die Basis dafür, dass Ihre RWA-Anlage im Brandfall funktioniert und dass Sie bei Prüfungen, Abnahmen und im Schadensfall auf der sicheren Seite sind.

Was ein guter Feuerwehrplan enthalten muss
Ein Feuerwehrplan muss den tatsächlichen Gegebenheiten vor Ort entsprechen und die Besonderheiten der baulichen Anlage nachvollziehbar darstellen. DIN Media nennt dafür als typische Bestandteile unter anderem Objektinformationen, Übersichtsplan, Geschosspläne und gegebenenfalls Sonderpläne. Außerdem sollen relevante Risiken und Besonderheiten der Anlage erkennbar sein.
Wichtig sind in der Praxis vor allem:
- klare Objektübersicht
- nachvollziehbare Geschossdarstellung
- erkennbare Zufahrten und Zugänge
- Kennzeichnung wichtiger brandschutztechnischer Einrichtungen
- saubere Darstellung besonderer Gefahren oder Nutzungseinheiten
- logischer, übersichtlicher Aufbau
- gute Lesbarkeit unter Einsatzbedingungen
Ein Feuerwehrplan darf nicht überladen wirken. Er muss schnell erfassbar sein und die richtigen Informationen an der richtigen Stelle liefern.
RWA-Anlagen Montage: Der realistische Ablauf
Wenn Sie eine RWA-Anlage montieren lassen, läuft das in der Praxis in mehreren Schritten ab. Hier ist der typische Prozess:
1) Bestandsaufnahme und Planung
Bevor überhaupt ein RWA-Gerät montiert wird, muss klar sein:
- Welche Bereiche müssen im Brandfall rauchfrei gehalten werden?
- Natürliche oder maschinelle Rauchableitung (NRA oder MRA)?
- Welche aerodynamischen geometrischen Flächen (AGF) sind vorhanden?
- Gibt es bereits eine Brandmeldeanlage (BMA), an die die RWA angebunden werden soll?
- Welche Auslösebedingungen gelten (automatisch über BMA, manuell, oder beides)?
- Welche baulichen Gegebenheiten bestehen (Dachkonstruktion, Statik, Zugänglichkeit)?
Diese Planung entscheidet, welche RWA-Geräte gebraucht werden, wie die Ansteuerung läuft und wie das System später betrieben wird. Ohne saubere Planung wird die Montage zum Ratespiel.
2) Auswahl der Komponenten
Eine typische RWA-Anlage besteht aus:
RWA-Geräten (Klappen, Fenster, Lichtkuppeln): Öffnungen in Dach oder Fassade, durch die Rauch abgeleitet wird
Antrieben: Elektrisch oder pneumatisch, öffnen die RWA-Geräte im Brandfall
Rauchmeldern oder Rauchschaltern: Erkennen Rauch und lösen die RWA aus
RWA-Zentrale: Koordiniert Auslösung, Überwachung und Rückmeldung
Handauslösetaster: Ermöglichen manuelles Auslösen der RWA-Anlage
Rauchschürzen (optional): Verhindern horizontale Rauchausbreitung und leiten Rauch gezielt zu den RWA-Geräten
Stromversorgung und Notstromversorgung: Sicherstellung der Funktion auch bei Netzausfall
Je nach System und Hersteller (Velux, D+H, Eberspächer, Jet, Essmann) gibt es unterschiedliche Lösungen. In der Praxis wird häufig auf bewährte Systeme gesetzt, weil diese zertifiziert, verfügbar und gut dokumentiert sind.
3) Montage der RWA-Geräte
Die RWA-Geräte werden typischerweise im Dach oder in der Fassade montiert. Das klingt simpel, erfordert aber Präzision:
- Die Position muss so gewählt werden, dass Rauch effektiv abgeleitet wird (aerodynamische Wirksamkeit).
- Die Montage muss mechanisch sicher sein und die Statik berücksichtigen.
- Die Abdichtung gegen Wasser und Witterung muss dauerhaft funktionieren.
- Die Zugänglichkeit für Wartung muss gewährleistet sein.
Je nach Gebäude können das Lichtkuppeln, Klappfenster, Schiebefenster oder spezielle RWA-Klappen sein.
4) Installation der Antriebe
Die Antriebe öffnen die RWA-Geräte im Brandfall. Wichtig ist:
Elektrische Antriebe:
- Benötigen Stromversorgung (230V oder 24V)
- Schnelle Öffnung (meist 30-60 Sekunden)
- Einfache Anbindung an RWA-Zentrale und BMA
- Wartungsarm
Pneumatische Antriebe:
- Arbeiten mit Druckluft (CO2-Patronen)
- Unabhängig von Stromversorgung
- Sehr schnelle Öffnung (wenige Sekunden)
- Regelmäßiger Austausch der CO2-Patronen nötig
Die Wahl zwischen elektrisch und pneumatisch hängt von Objektanforderungen, Stromversorgung und Wartungskonzept ab.
5) Verdrahtung und Anbindung
Alle Komponenten müssen miteinander verbunden werden. Das umfasst:
- Stromversorgung zu den elektrischen Antrieben
- Signalleitungen von den Rauchmeldern zur RWA-Zentrale
- Handauslösetaster-Leitungen
- Anbindung an die Brandmeldeanlage (falls vorhanden)
- Statusrückmeldungen (Gerät offen/geschlossen, Störung)
Diese Verdrahtung muss sauber dokumentiert werden, damit später Wartung, Fehlersuche oder Erweiterungen problemlos möglich sind.
6) Montage der Rauchschürzen (falls erforderlich)
Rauchschürzen sind vertikale Elemente (meist aus nicht brennbarem Material), die unter der Decke hängen und Rauch in definierte Bereiche lenken. Sie verhindern, dass Rauch horizontal ausweicht, bevor er zu den RWA-Geräten gelangt.
Die Montage erfordert:
- Saubere Befestigung an der Deckenkonstruktion
- Ausreichende Höhe (meist 50-80 cm unter Decke)
- Korrekte Positionierung gemäß Rauchableitungskonzept
7) Inbetriebnahme und Funktionsprüfung
Nach der Montage wird die RWA-Anlage in Betrieb genommen. Das bedeutet:
- Alle RWA-Geräte werden auf korrektes Öffnungs- und Schließverhalten geprüft.
- Die Rauchmelder/Rauchschalter werden getestet (Auslöseverhalten, Signalübertragung).
- Handauslösetaster werden getestet.
- Die Statusrückmeldungen werden geprüft (Zentrale zeigt korrekt „offen“ oder „geschlossen“).
- Die Anbindung an die BMA (falls vorhanden) wird getestet.
- Die Dokumentation wird erstellt (Schaltpläne, Geräteplan, Betriebsanleitung).
Erst wenn alle Funktionen nachweislich einwandfrei laufen, wird die Anlage an den Betreiber übergeben.
8) Betreiber-Einweisung
Der Betreiber muss wissen:
- Wie funktioniert die RWA-Anlage?
- Wie wird die Anlage manuell ausgelöst?
- Wie werden die RWA-Geräte nach einem Alarm geschlossen?
- Welche Wartungspflichten bestehen?
- Was ist im Störungsfall zu tun?
Diese Einweisung ist nicht optional. Sie ist Teil der Übergabe und wird dokumentiert.
Natürliche vs. maschinelle Rauchableitung: NRA vs. MRA
RWA-Anlagen werden in zwei Grundtypen unterschieden:
Natürliche Rauchableitung (NRA)
Funktionsweise: Rauch steigt aufgrund von Auftrieb (heiße Luft ist leichter als kalte Luft) nach oben und entweicht durch Öffnungen im Dach.
Vorteile:
- Keine maschinelle Lüftung nötig
- Energieunabhängig (funktioniert auch bei Stromausfall, wenn pneumatische Antriebe verwendet werden)
- Geringere Kosten als MRA
- Wartungsarm
Nachteile:
- Funktioniert nur bei ausreichendem Auftrieb (hohe Räume, genug Temperatur)
- Nicht steuerbar (Rauch geht immer nach oben)
- Bei niedrigen Räumen oder ungünstiger Geometrie weniger effektiv
Typische Einsatzbereiche: Industriehallen, Lagerhallen, Atrien, Parkhäuser
Maschinelle Rauchableitung (MRA)
Funktionsweise: Rauch wird aktiv durch Ventilatoren abgesaugt. Die Rauchableitung ist unabhängig von Auftrieb und Gebäudegeometrie.
Vorteile:
- Funktioniert auch bei niedrigen Räumen und ungünstiger Geometrie
- Steuerbar (Rauchrichtung kann beeinflusst werden)
- Höhere Zuverlässigkeit
Nachteile:
- Höhere Kosten (Ventilatoren, Kanäle, Steuerung)
- Stromabhängig (Notstromversorgung erforderlich)
- Wartungsintensiver
Typische Einsatzbereiche: Tiefgaragen, Tunnel, Gebäude mit komplexer Geometrie, niedrige Räume
In der Praxis wird häufig eine Kombination aus NRA und MRA verwendet – z. B. natürliche Rauchableitung in der Halle, maschinelle Rauchableitung in Treppenhäusern und Fluren.

Wichtige Systeme und Hersteller: Velux, D+H, Eberspächer, Jet, Essmann
In der Praxis dominieren einige etablierte Hersteller den Markt für RWA-Anlagen. Hier ein kurzer Überblick:
Velux
Marktstellung: Velux ist bekannt für Dachfenster und Lichtkuppeln. Die RWA-Systeme von Velux sind weit verbreitet, robust und technisch ausgereift.
Systemportfolio:
- RWA-Lichtkuppeln und -Fenster
- Elektrische und pneumatische Antriebe
- RWA-Steuerungen und -Zentralen
- Integration in Brandschutzkonzepte
Stärken:
- Hohe Produktqualität
- Gute Verfügbarkeit
- Breite Produktpalette
- Viele Errichter kennen das System
Typische Einsatzbereiche: Industriehallen, Gewerbegebäude, Wohngebäude mit Dachfenstern
D+H (heute Teil von Swegon)
Marktstellung: D+H ist einer der führenden Anbieter für RWA- und Lüftungstechnik. Die Systeme sind technisch hochwertig und vielseitig einsetzbar.
Systemportfolio:
- RWA-Klappen, -Fenster und -Lichtkuppeln
- Elektrische und pneumatische Antriebe
- RWA-Zentralen und Steuerungen
- Rauchschürzen-Systeme
Stärken:
- Technisch ausgereift
- Umfassendes Sortiment
- Gute Integration in Gesamtlösungen
- Starke Marktpräsenz
Typische Einsatzbereiche: Industriehallen, Parkhäuser, Atrien, große Gewerbegebäude
Eberspächer, Jet, Essmann
Diese Hersteller bieten spezialisierte RWA-Lösungen für verschiedene Anwendungen:
Eberspächer: Bekannt für Lüftungs- und Klimatechnik, bietet auch RWA-Systeme an
Jet: Spezialist für maschinelle Rauchableitung und Entrauchungstechnik
Essmann: Hersteller von RWA-Geräten, Antrieben und Steuerungen
In der Praxis wird häufig auf das System gesetzt, das der Errichter oder Planer am besten kennt und das für das spezifische Objekt bereits erfolgreich im Einsatz ist.
Kostenfaktoren bei der RWA-Anlagen Installation
Die Kosten für eine RWA-Anlage variieren erheblich. Hier die wichtigsten Treiber:
Anzahl der RWA-Geräte
Je mehr RWA-Geräte benötigt werden, desto höher die Kosten. Die aerodynamisch geometrische Fläche (AGF) bestimmt, wie viele Öffnungen nötig sind.
Antriebstyp
Elektrische Antriebe: Günstiger in der Anschaffung, höhere Installationskosten (Verkabelung)
Pneumatische Antriebe: Teurer in der Anschaffung, günstigere Installation, höhere Wartungskosten (CO2-Patronen)
Systemwahl
Einfache NRA: Nur Öffnungen mit Antrieben, relativ günstig
NRA mit Rauchschürzen: Zusätzliche Kosten für Rauchschürzen-Montage
MRA: Teuerste Variante (Ventilatoren, Kanäle, Steuerung, Notstromversorgung)
Bauliche Situation
Schwierige Montagesituationen erhöhen den Aufwand:
- Dachkonstruktion (Stahl, Holz, Beton)
- Statik (nachträgliche Verstärkungen nötig?)
- Zugänglichkeit (Höhe, Gerüst erforderlich?)
- Witterung (Montage nur bei trockenem Wetter möglich)
Anbindung an bestehende BMA
Wenn die RWA-Anlage an eine vorhandene Brandmeldeanlage angebunden werden soll, entstehen zusätzliche Kosten für Schnittstellen, Programmierung und Abnahme.
Inbetriebnahme und Dokumentation
Eine saubere Inbetriebnahme mit vollständiger Dokumentation kostet Zeit – spart aber später Geld bei Wartung und Fehlersuche.
Merksatz: Wer bei der Installation spart, zahlt später drauf – durch Fehlfunktionen, Nacharbeiten oder Probleme bei der Abnahme.
Typische Fehler bei der RWA-Anlagen Montage – und wie Sie sie vermeiden
Fehler 1: Falsche Dimensionierung
Problem: Zu wenige RWA-Geräte für die vorhandene Fläche. Resultat: Rauch kann nicht schnell genug abgeleitet werden, die Anlage erfüllt die Anforderungen nicht.
Lösung: AGF korrekt berechnen und ausreichend RWA-Geräte vorsehen.
Fehler 2: Rauchschürzen fehlen oder falsch positioniert
Problem: Ohne Rauchschürzen breitet sich Rauch horizontal aus, bevor er zu den RWA-Geräten gelangt.
Lösung: Rauchschürzen gemäß Rauchableitungskonzept montieren.
Fehler 3: Unklare Schnittstellen zur BMA
Wenn RWA und BMA nicht sauber aufeinander abgestimmt sind, kann es zu Funktionsstörungen kommen.
Lösung: Klare Schnittstellendefinition und gemeinsame Inbetriebnahme.
Fehler 4: Fehlende Dokumentation
Ohne Schaltpläne, Geräteplan und Betriebsanleitung wird Wartung und Fehlersuche zum Ratespiel.
Lösung: Vollständige Dokumentation als Teil der Übergabe.
Fehler 5: Keine Notstromversorgung
Problem: Bei elektrischen Antrieben fällt die RWA-Anlage bei Stromausfall aus – ausgerechnet dann, wenn sie gebraucht wird.
Lösung: Notstromversorgung (Batterie, USV oder Netzersatzanlage) vorsehen.
Fehler 6: Betreiber nicht eingewiesen
Wenn der Betreiber nicht weiß, wie die Anlage funktioniert und wie sie nach einem Alarm zurückgesetzt wird, entstehen unnötige Probleme.
Lösung: Strukturierte Einweisung mit Protokoll.
RWA-Anlagen Wartung: Pflicht, nicht Kür
Eine RWA-Anlage muss regelmäßig gewartet werden. Das ist keine Empfehlung, sondern Pflicht. Die DIN 18232 und DIN EN 12101 fordern:
- Regelmäßige Funktionsprüfungen (in der Regel halbjährlich oder jährlich)
- Sichtprüfung der RWA-Geräte (Dichtungen, Antriebe, Mechanik)
- Prüfung der Auslösefunktion (Rauchmelder, Handauslösetaster)
- Prüfung des Öffnungs- und Schließverhaltens
- Dokumentation aller Prüfungen
Ohne regelmäßige Wartung riskieren Sie:
- Ausfall der Anlage im Brandfall
- Probleme bei behördlichen Prüfungen
- Haftungsrisiken im Schadensfall
- Versicherungsprobleme
Die gute Nachricht: Eine saubere Installation macht die Wartung einfach und planbar. Eine schlampige Installation macht jede Wartung zum Ärger.
Zusammenspiel RWA-Anlage und Brandmeldeanlage
In vielen Objekten werden RWA-Anlagen direkt an die Brandmeldeanlage (BMA) angebunden. Das hat mehrere Vorteile:
Zentrale Auslösung
Die BMA erkennt den Brand und löst die RWA-Anlage im betroffenen Bereich (oder im gesamten Gebäude) aus. Das ist schneller und zuverlässiger als separate Rauchmelder.
Zentrale Überwachung
Störungen an der RWA-Anlage werden direkt an die BMA-Zentrale gemeldet. Das erleichtert Wartung und Fehlersuche.
Dokumentation und Nachweisbarkeit
Alle Auslösungen, Störungen und Wartungen werden zentral dokumentiert. Das ist wichtig für Betreiberpflichten und Abnahmen.
Schnittstellen zu anderen Gewerken
Über die BMA können auch andere Gewerke angesteuert werden (z. B. FSA-Anlagen, Aufzüge, Sprachalarmierung). Die RWA fügt sich nahtlos in dieses Gesamtsystem ein.
Das Zusammenspiel RWA + BMA ist kein Luxus, sondern in vielen Objekten Standard. Es erhöht die Sicherheit, erleichtert den Betrieb und erfüllt die Anforderungen der Normen.
Fazit: RWA-Anlagen Montage ist Handwerk plus Planung
Eine RWA-Anlage zu montieren ist kein Hexenwerk. Es ist solides Handwerk, saubere Planung und Einhaltung bewährter Normen. Wer das richtig macht – erst planen, dann montieren, dann prüfen, dann betreiben – gewinnt: mehr Sicherheit, weniger Ärger, planbare Kosten.
Die typischen Probleme entstehen nicht durch die Technik. Sie entstehen durch falsche Dimensionierung, fehlende Rauchschürzen, unklare Schnittstellen und fehlende Dokumentation. Genau deshalb lohnt es sich, von Anfang an sauber zu arbeiten.
Wenn Sie eine RWA-Anlage montieren oder installieren lassen wollen, sollten Sie auf drei Dinge achten:
- Saubere Planung: AGF berechnen, Systeme festlegen, Schnittstellen klären
- Erfahrener Errichter: Jemand, der RWA-Anlagen schon x-mal gemacht hat und die Normen kennt
- Vollständige Dokumentation: Schaltpläne, Geräteplan, Betriebsanleitung, Wartungsvertrag
Dann haben Sie eine RWA-Anlage, die im Brandfall funktioniert – und die im Alltag keine Probleme macht.
Sie planen eine RWA-Anlage oder brauchen Unterstützung bei Montage, Installation oder Wartung?
Nehmen Sie ganz einfach und unverbindlich Kontakt mit uns auf! Wir beraten Sie gerne zu Ihrem Projekt und finden die passende Lösung für Ihr Objekt.
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Die häufigsten Fragen zur RWA-Anlagen Montage & Installation
Zur Montage gehören: RWA-Geräte (Klappen, Fenster, Lichtkuppeln), Antriebe (elektrisch oder pneumatisch), Rauchmelder/Rauchschalter, RWA-Zentrale, Handauslösetaster, optional Rauchschürzen, Verdrahtung, Stromversorgung, Notstromversorgung, Inbetriebnahme und Dokumentation.
NRA (Natürliche Rauchableitung) nutzt den natürlichen Auftrieb heißer Luft. MRA (Maschinelle Rauchableitung) verwendet Ventilatoren zum aktiven Absaugen. NRA ist günstiger und energieunabhängig, MRA funktioniert auch bei niedrigen Räumen und ungünstiger Geometrie.
Beide haben Vor- und Nachteile. Elektrische Antriebe sind günstiger und wartungsarm, benötigen aber Stromversorgung. Pneumatische Antriebe sind unabhängig von Strom, öffnen sehr schnell, benötigen aber regelmäßigen CO2-Patronen-Austausch. Die Wahl hängt von Objektanforderungen und Wartungskonzept ab.
Die Anzahl hängt von der aerodynamisch geometrischen Fläche (AGF) ab. Diese wird nach DIN 18232 berechnet und berücksichtigt Raumgröße, Raumhöhe, Brandlast und Nutzung. Ein Fachplaner kann die erforderliche AGF berechnen.
Rauchschürzen sind in vielen Fällen erforderlich, um Rauch gezielt zu den RWA-Geräten zu leiten und horizontale Rauchausbreitung zu verhindern. Ob Rauchschürzen nötig sind, hängt von Raumgröße, Geometrie und Brandschutzkonzept ab.
Ja, RWA-Anlagen können nachträglich eingebaut werden. Der Aufwand hängt von der Dachkonstruktion, Statik und Zugänglichkeit ab. In vielen Fällen ist der nachträgliche Einbau möglich, erfordert aber saubere Planung.
Das hängt von den Anforderungen im Objekt ab. In vielen Fällen ist eine Anbindung an die BMA vorgeschrieben oder sinnvoll. Autarke RWA-Lösungen mit eigenen Rauchmeldern sind in kleineren Objekten möglich.
Die Kosten hängen von der Anzahl der RWA-Geräte, dem Antriebstyp, der Systemwahl (NRA oder MRA), der baulichen Situation und der Anbindung an andere Gewerke ab. Pauschale Aussagen sind unseriös.
DIN 18232 und DIN EN 12101 fordern regelmäßige Wartungen. In der Praxis sind halbjährliche oder jährliche Wartungen üblich, je nach Nutzung und Auflagen. Die genauen Intervalle sollten bei der Abnahme festgelegt werden.
RWA-Anlagen sollten von Fachfirmen montiert werden, die Erfahrung mit Brandschutztechnik und RWA-Systemen haben. Die Montage muss normgerecht erfolgen, und die Dokumentation muss vollständig sein.